Helmut Wigge starb im fernen Australien

Den größten Erfolg gab es 1940, als eben dieser Vierer Reichsjugendmeister in Berlin-Grünau wurde. Drei Tage später meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Die Erlebnisse in Russland hat er schriftlich festgehalten. Helmut Wigge, der bis zuletzt viele Bekannte und Verwandte in seiner Heimatstadt hatte, war Gründungsmitglied im einst sehr aktiven Hammer Skiclub und bestritt Wettkämpfe im Lang- und Abfahrtslauf. Zusammen mit seiner Ehefrau Ursula und später auch mit den Kindern folgten Hochgebirgstouren. „Diese Kletterei hat viel Spaß gemacht, weil man dabei mit guten Bergführern und interessanten Leuten nicht nur sportlich, sondern auch persönliche Erlebnisse hatte“. Übrigens liefen die Töchter Hella uns Susi, die heute in Griechenland und Australien leben, schon im Schüleralter erfolgreich die Marathonstrecke.
Als es 1969 erstmals in Deutschland einen 100-Km-Lauf gab, war Helmut Wigge in Unna dabei. Trotz der Quälerei hatte ihn aber der 100-km-Lauf für die nächsten Jahre gepackt. Es gab nun ein gezielteres Training und 1972 gewann er die Altersklasse der 50-Jährigen mit 9:16 Stunden. Ein Jahr später folgte dann die Bestzeit mit 8:43 Stunden, die nicht nur Eingang in die Weltbestenliste fand, sondern auch in der „ewigen Bestenliste“ aufgeführt wird. Als in Hamm vor 40 Jahren der erste 100-km-Lauf stattfand, lief er natürlich auch hier bei seinem Verein mit. Im späten Herbst fuhr er regelmäßig zum Abtrainieren nach Belgien und beteiligte sich am Marathonrudern in Lüttich, dort auf der Maas wurden 50 Kilometer gerudert.

Vor 28 Jahren beendete der Rechtsanwalt und Notar seine Juristenlaufbahn und zog mit Frau und zwei Töchtern nach Australien. Dort übernahmen die Wiemanns – so heißen sie da- eine Rinderfarm, die allein 150 Stück Großvieh hatte. Die Farm mit einer Größe von 97 Hektar wird organisch-biodynamisch betrieben. Auch in Australien war Wigge sportlich aktiv, besonders im Langlauf. Er gewann den „Lufthansa-Pokal“ der Skatspieler in Melbourne. Über zehn Jahre war er Moderator, Kommentator und Sprecher bei einem deutschsprachigen Radiosender.
Wie schon in der Hammer Zeit beschäftigte sich Helmut Wigge auch in Australien mit Naturheilkunde und gesunder Ernährung. Er beriet weiterhin Freunde und Bekannte und gab Buchempfehlungen. Wer früher in seine RA-Praxis an der Schlehenstraße kam und beiläufig eine Krankheit erwähnte, bekam eins seiner schon bekannten „Merkblätter“ zu der betreffenden Krankheit.
Den älteren Hammer Bürgern und Sportlern wird Helmut Wigge noch weiter in Erinnerung bleiben.